Der Mittlere Erzgebirgskreis war bei Touristen recht beliebt. Bis auf den recht milden Winter 2006/07 konnte man in den letzten Jahren immer wieder perfekten Wintersport in diesem Teil von Sachsen betreiben. Auch größere Sportveranstaltungen fanden hier immer wieder statt und bescherten den umliegenden Hotels guten Umsatz. Günstig wurde der Urlaub in der Regel für Privatpersonen, die Lebenshaltungskosten im Mittleren Erzgebirgskreis waren nach den Statistiken von 2004 die niedrigsten in Deutschland.
Im Winter oder noch konkreter zur Weihnachtszeit wurden Sie auch geradezu überschwemmt mit feiner Holzschnitzkunst aus dem Erzgebirge. Ob Nussknacker oder die legendären Räuchermännchen, allerorten stießen Sie auf dieses handwerkliche Wahrzeichen des Erzgebirges. Interessanterweise sorgt diese Handwerkskunst nach letzten Erkenntnissen zu einem positiven Kreislauf: Regionale Souvenirs locken Touristen an und ein Anstieg der Touristen sorgt wiederum dafür, dass mehr handwerkliche Stücke geschaffen werden.
Doch auch im Sommer war der Mittlere Erzgebirgskreis einen Besuch wert. Weiträumige Landschaften luden zum Wandern ein und auch die tschechische Grenze ist in der Nähe und bietet die Möglichkeit eines schnellen Abstechers ins Nachbarland. 2006 wurden sogar Gerüchte laut, dass in der Gemeinde Deutschneudorf sich das Bernsteinzimmer verbergen könnte. Konkrete Anhaltspunkte fanden sich aber dann doch nicht.
Und wenn Sie sich nun über den Titel und die ganzen Vergangenheitsformen wundern, natürlich gibt es den Mittleren Erzgebirgskreis noch, allerdings nur geographisch. Denn 2008 hat sich der Kreis mit Annaberg, Aue-Schwarzenberg, und Stollberg zum Erzgebirgskreis zusammengeschlossen. Somit ist der Mittlere Erzgebirgskreis nicht wirklich von der Landkarte verschwunden, sondern stellt immer noch ein günstiges und schön gelegenes Urlaubsgebiet nahe der tschechischen Grenze dar.
Bild: Ronny Heinrich / pixelio.de


10. Februar 2010
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