Lebenshaltungskosten – 1:0 für den Osten?

Lebt man im Osten günstiger als im Westen?

Die meisten Meldungen, welche die ehemalige DDR betreffen, sind in der Regel ziemlich negativ gefasst. So sorgte 2009 die schon häufiger aufkommende Diskussion um den Solidaritätszuschlag für Aufsehen. Bis vor das Bundesverfassungsgericht ging die Frage, ob der Solidaritätszuschlag überhaupt verfassungskonform sei. Denn das Finanzgericht in Hannover hatte den Zuschlag für verfassungswidrig erklärt.

Dabei wird der Soli gar nicht exklusiv zum Aufbau Ost genutzt, sondern als nicht zweckgebundene Abgabe auch für andere Projekte genutzt, was vielen Steuerzahlern auch böse aufstößt. Auch die Diskussion um das Gehaltsgefälle zwischen Ost und West geht in immer wieder neue Runden. Und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass man für die gleiche Arbeit im Osten weniger Geld bekommt, als im Westen.

Was bei diesen Statistiken allerdings immer wieder außen vor gelassen wird ist die Tatsache, dass auch das Leben im Osten billiger ist, z. T. sogar so signifikant, dass der Gehaltsunterschied manchmal nicht ins Gewicht fällt. Vorreiter ist dabei der Mittlere Erzgebirgskreis, die günstigste Region Deutschlands, die teuerste Region wird in Form von München gestellt. So haben manche Angestellten zwar weniger Gehalt, durch die niedrigen Lebenshaltungskosten aber auch mehr Geld davon übrig.

In der Regel ist aber im Osten immer noch Aufholbedarf, doch dieses Aufholen geschieht, wenn auch unbemerkt. So fand eine Studie der Uni Kassel heraus, dass die Realeinkommen 2004 eine Differenz von 14 Prozent zwischen Ost und West aufwiesen und sich diese Quote bis 2015 noch weiter halbieren wird.

Nötig ist dies auf jeden Fall, denn ein Grund für die niedrigen Lebenshaltungskosten sind die geringen Löhne, die wiederum die niedrigen Preise bedingen, weil niemand mehr ausgeben will. So ist man dann auch in einem Teufelskreis gefangen, der aber in der nahen Zukunft hoffentlich durchbrochen wird.

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